Remote-Arbeit benötigt einen Plan für den Fall, dass die digitale Arbeitsumgebung nicht funktioniert
Homeoffice hängt stärker als klassische Büroarbeit von digitaler Infrastruktur ab. Internetanschluss, Endgerät, VPN, Kommunikationsplattformen, Cloud-Dienste und Unternehmenssysteme bilden gemeinsam den virtuellen Arbeitsplatz.
Die bestehende Microsite behandelt Systemverfügbarkeit bereits ausführlich und weist darauf hin, dass beispielsweise Ausfälle von Ticketsystem oder CAFM unmittelbare Auswirkungen auf FM-Prozesse haben können. Der Service Desk berücksichtigt ebenfalls Strom- und Internetprobleme.
Was noch fehlt, ist ein übergreifendes Fallback-Betriebsmodell.
Remote Work resilient absichern
Ausfallarten unterscheiden
Nicht jeder Fehler besitzt dieselbe Ursache und Reichweite.
Mögliche Situationen sind:
privater Internetausfall,
Stromausfall im Wohnumfeld,
defekter Laptop,
VPN-Störung,
Ausfall von Teams oder vergleichbarer Kommunikation,
CAFM-Ausfall,
unternehmensweiter IT-Ausfall.
Je nach Ereignis sind unterschiedliche Reaktionen sinnvoll.
Kritische Rollen besonders betrachten
Ein Mitarbeiter, der an einer langfristigen Auswertung arbeitet, kann einen zweistündigen Systemausfall möglicherweise überbrücken.
Eine Person, die:
kritische Störungen koordiniert,
Rufbereitschaft unterstützt,
Freigaben erteilt,
Dienstleister disponiert,
benötigt dagegen eine höhere Verfügbarkeit.
Das Fallback-Konzept sollte daher Rollen und Prozesse nach Kritikalität unterscheiden.
Wenn die primäre Plattform ausfällt, muss bekannt sein:
welcher zweite Kommunikationsweg genutzt wird,
welche Telefonnummern verfügbar sind,
wer kritische Meldungen verteilt,
wie Notfälle adressiert werden.
Wichtig ist, dass alternative Kontaktinformationen auch ohne das ausgefallene Hauptsystem erreichbar sind.
Rückkehr zum Unternehmensstandort als Option
Bei längerem privaten Internet- oder Stromausfall kann die einfachste Fallback-Lösung sein, die Arbeit am Unternehmensstandort fortzusetzen.
Ein Unternehmen, das Büroflächen sehr weit reduziert, sollte genau diese Resilienzfunktion berücksichtigen.
Ersatzgeräte organisieren
Defekte Endgeräte benötigen einen definierten Austauschprozess.
Bei besonders kritischen Rollen können:
Manuelle Notprozesse nur gezielt vorsehen
Für hochkritische FM-Prozesse kann ein vorübergehender manueller Ersatzweg notwendig sein.
Beispiel:
Bei Ausfall des Ticketsystems werden kritische Störungen über eine definierte Telefonnummer aufgenommen und später nachdokumentiert.
Solche Prozesse sollten einfach bleiben und geübt beziehungsweise bekannt sein.
Private Infrastruktur nicht als garantierte Unternehmensinfrastruktur behandeln
Bei mobilem Arbeiten kann der Arbeitgeber die Verfügbarkeit eines privaten Internetanschlusses naturgemäß nur begrenzt steuern.
Deshalb benötigt die Organisation klare Regeln:
Wann muss eine Störung gemeldet werden?
Wie lange darf eine alternative Tätigkeit erfolgen?
Wann ist ein Ortswechsel erforderlich?
Nach Wiederherstellung eines Systems müssen eventuell:
manuell erfasste Vorgänge nachgetragen,
offene Nachrichten geprüft,
doppelte Aufträge bereinigt
Business Continuity endet nicht mit der technischen Wiederverfügbarkeit.
Remote Work resilient organisieren
Die zentrale Frage lautet:
Welche Unternehmens- und FM-Prozesse müssen auch dann funktionieren, wenn der normale Homeoffice-Arbeitsplatz vorübergehend nicht nutzbar ist?
Ein Fallback-Konzept sorgt dafür, dass aus einer lokalen technischen Störung kein ungeklärter Organisationsausfall entsteht.